Forum

Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Wie häufig sollte ich meine betriebswirtschaftliche Auswertung kontrollieren?

Ich führe ein kleines Unternehmen und erhalte von meiner Steuerberatung regelmäßig eine betriebswirtschaftliche Auswertung, habe mich bisher aber meistens nur oberflächlich mit den darin aufgeführten Zahlen beschäftigt. In den vergangenen Monaten sind einige meiner betrieblichen Kosten gestiegen, weshalb ich Umsatz, Ergebnis und Liquidität künftig genauer beobachten möchte. Dabei bin ich unsicher, ob eine monatliche Kontrolle ausreicht oder ob ich die Auswertung in kürzeren Abständen prüfen sollte.

In welchem Rhythmus sollte ich meine betriebswirtschaftliche Auswertung kontrollieren, damit ich wirtschaftliche Veränderungen rechtzeitig erkenne und fundierte Entscheidungen für meinen Betrieb treffen kann?

Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen ist eine monatliche Kontrolle der betriebswirtschaftlichen Auswertung sinnvoll, weil die BWA üblicherweise nach Abschluss der laufenden Buchhaltung für den jeweiligen Monat erstellt wird.
Ein monatlicher Rhythmus verschafft dir genügend Übersicht, um Veränderungen bei Umsatz, Kosten und vorläufigem Ergebnis zeitnah zu erkennen, ohne dich täglich mit Zahlen zu beschäftigen, die noch unvollständig sein können.
Dabei solltest du nicht nur den aktuellen Monat betrachten, sondern die Werte auch mit dem Vormonat, dem entsprechenden Vorjahresmonat und deiner betrieblichen Planung vergleichen, damit einzelne Abweichungen besser eingeordnet werden können.
Bei einem Betrieb mit starken saisonalen Schwankungen, schnell wechselnden Einkaufspreisen oder einer angespannten finanziellen Situation kann zusätzlich eine wöchentliche Kontrolle ausgewählter Kennzahlen erforderlich sein, auch wenn noch keine vollständige BWA vorliegt.

Wichtig ist, dass du neben Umsatz und Betriebsergebnis auch den Wareneinsatz, die Personalkosten, sonstige laufende Ausgaben sowie offene Forderungen beobachtest, da ein hoher Gewinn nicht automatisch eine ausreichende Zahlungsfähigkeit bedeutet.
Die BWA bildet die finanzielle Situation außerdem nur so aktuell und vollständig ab, wie Belege und Buchungen erfasst wurden, weshalb fehlende Rechnungen oder verspätete Angaben das dargestellte Ergebnis spürbar verzerren können.
Wenn größere Abweichungen auftreten, solltest du deren Ursachen zeitnah mit deiner Steuerberatung klären und prüfen, ob Preise angepasst, Kosten reduziert, Zahlungen beschleunigt oder geplante Investitionen verschoben werden müssen.

Unabhängig von der monatlichen BWA empfiehlt sich eine fortlaufende Liquiditätsübersicht, in der du erwartete Einzahlungen und fällige Ausgaben erfasst, weil sich drohende finanzielle Engpässe dort häufig früher zeigen.
Mindestens einmal pro Quartal würde ich die Zahlen ausführlicher auswerten und dabei auch prüfen, ob deine Jahresplanung noch realistisch ist und welche wirtschaftlichen Entwicklungen sich aus den vergangenen Monaten ableiten lassen.
Insgesamt ist eine monatliche BWA-Kontrolle für viele Betriebe ein guter Grundrhythmus, der bei besonderen Risiken durch wöchentliche Kennzahlen und bei grundsätzlichen Entscheidungen durch ausführlichere Gespräche mit der Steuerberatung ergänzt werden sollte.

Ich schaue mir meine BWA jeden Monat an, sobald alle Belege verbucht sind, und vergleiche dabei vor allem Umsatz, Kosten und vorläufiges Betriebsergebnis mit den Zahlen des Vorjahres. Früher habe ich die Auswertung oft mehrere Monate liegen lassen, wodurch mir steigende Materialkosten und sinkende Margen deutlich später aufgefallen sind. Mittlerweile kontrolliere ich zusätzlich einmal pro Woche meinen Kontostand, offene Kundenrechnungen und die größeren anstehenden Zahlungen, weil die BWA allein wenig über die kurzfristige Liquidität aussagt. Wenn ein Wert ungewöhnlich aussieht, frage ich direkt bei meiner Steuerberaterin nach, statt bis zum nächsten Quartalsgespräch zu warten. Für meinen kleinen Handwerksbetrieb hat sich die Kombination aus monatlicher BWA und kurzer wöchentlicher Finanzkontrolle gut bewährt.

Hey Leute! Aus meiner Sicht reicht es nicht aus, die BWA lediglich jeden Monat zu öffnen, denn entscheidend ist ein fester Vergleich mit Planwerten, Vorjahreszahlen und der bisherigen Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr. Besonders aufmerksam würde ich Wareneinsatz, Personalkosten, Rohertrag und sonstige betriebliche Aufwendungen beobachten, weil sich Veränderungen dort häufig früher zeigen als im endgültigen Jahresergebnis.

Bei saisonalen Schwankungen sollte man einzelne Monate allerdings nicht isoliert bewerten, sondern zusätzlich einen längeren Zeitraum betrachten, damit normale Ausschläge nicht zu falschen Schlussfolgerungen führen.

Auffällige Abweichungen würde ich dokumentieren und spätestens im nächsten Gespräch mit der Steuerberatung klären, damit notwendige Gegenmaßnahmen nicht unnötig aufgeschoben werden. Eine gründliche monatliche Prüfung und eine ausführlichere Auswertung pro Quartal erscheinen mir für die meisten kleineren Unternehmen als vernünftiger Rhythmus.

Danke euch für die ausführlichen Rückmeldungen, das hilft mir bei der Einordnung schon deutlich weiter. Ich werde die BWA künftig jeden Monat gründlich durchgehen und dabei stärker auf Veränderungen bei Kosten, Ergebnis und Rohertrag achten. Den Hinweis mit dem Vergleich zu Vorjahr und Planwerten finde ich besonders sinnvoll, weil einzelne Monatszahlen sonst schnell falsch wirken können. Zusätzlich möchte ich mir angewöhnen, einmal pro Woche zumindest Kontostand, offene Rechnungen und größere anstehende Zahlungen zu prüfen. Falls mir dabei oder in der BWA ungewöhnliche Abweichungen auffallen, werde ich künftig früher bei meiner Steuerberatung nachfragen. Die Kombination aus monatlicher BWA und kurzer wöchentlicher Liquiditätskontrolle klingt für meinen Betrieb momentan nach einem guten Rhythmus.